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Dienstag, 15. April 2014

Toile-de-Jouy

Zu den zauberhaftesten Stoffen, die ich kenne und liebe, gehören die Toile-de-Jouy. Die Muster zeigen meist liebevolle Darstellungen ländlichen Lebens. 

Seit langer Zeit besitze ich einen alten, ehemaligen Toile-de-Jouy-Vorhang, den ich hüte, wie einen kostbaren Schatz. Ab und zu überkommt mich die Lust, daraus etwas zu nähen.
Jetzt ist leider nur noch wenig davon übrig.

In letzter Zeit sind zwei kleine Kissen entstanden, die ich ganz entzückend finde.

Vor einigen Jahren nähte ich aus diesem Stoff bereits einen Quilt. 
Damit ich dafür nicht den ganzen Toile-de-Jouy verbrauchte, 
kombinierte ich ihn mit gestreiftem Bettwäsche-Damast.
Der Grundton ist ein warmes Creme-Weiß.



Jagd und Ernte werden auf reizvolle Weise dargestellt.


Sehr charmant ist die Szene mit den anmutigen Tänzern und dem Musikanten.


Dass der Stoff auch zu seinen Zeiten als Vorhang wertgeschätzt wurde, 
kann man an der sorgfältigen Ausbesserung auf den obigen Foto sehen.
Darum habe ich dieses Teil auch im Quilt mit verarbeitet.




Über die Toile-de-Jouy steht im "ABC der Stoffe und Stile" folgendes zu lesen:

"Das Toile-de-Jouy ist der vielleicht französischste aller Stoffe. Sicher ist, dass es der erste Stoff war, der weder Streifen noch Karos noch Blümchen zeigte, sondern stattdessen Kupferstich artige Bilder, wie etwa Schäfer Szenen, Pompeji-Motive, Chinoiserien, Glorifizierungen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges oder den Flug des ersten Heißluftballons - zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts aktuelle Zeitthemen. 
 Christophe-Philippe Oberkampf und sein Bruder Frédéric, beide Stoffdrucker aus Bayern, fanden, dass diese Sujets es wert wären, auf Stoff gedruckt zu werden. Sie hatten sich in dem kleinen Ort Jouy-en-Josas, unweit von Versailles, niedergelassen und produzierten dort mit einem Kupferplatten-Druckverfahren 1770 die ersten Toiles-de-Jouy. 
Sofort wurden diese "Stoffe aus Jouy" ein Hit - 1783 verlieh Louis XVI der Firma Oberkampf den Titel einer "Manufacture Royale". Bis heute sind Toiles-de-Jouy als Deko- und Bezugsstoffe, sowie als textile Wandbespannung aus der französischen Inneneinrichtung nicht wegzudenken. Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts erlebten sie nochmals eine regelrechte Renaissance, zum Teil auch in modernisierten Farbstellungen. Das klassische Toile-de-Jouy wurde immer auf weißen, damals aus Indien importieren Kattun gedruckt - in den typischen Druckfarben Rot und Rosa aus Krapp und Blau aus Färberwaid oder Indigo. "
(Quelle : ABC der Stoffe und Stile)

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