Donnerstag, 26. Mai 2011

Mode-Shopping - ein Abenteuer bei 60+

Wenn man über 60 ist und Kleidergröße 42 hat (hey, das ist doch eine normale Größe, oder?), kann so ein Mode-Shopping mit ziemlichem Frust enden, außer man hat ein gesundes Selbstwertgefühl.

Beim Bummel durch die Münchner Innenstadt fielen mir tolle, extravagante Gehröcke auf, die sofort mein Interesse weckten. Ich wollte natürlich wissen, ob ich mir so ein Teil überhaupt leisten konnte. Im Laden griff ich zum Anprobieren einen Gehrock ich Größe 42 - viiiieeel zu eng. Machte nichts, ich nahm Größe 44. Wieder kein Glück, ich konnte die Jacke nicht einmal schließen. Als ich die Verkäuferin nach der nächsten Größe fragte, schaute ich ziemlich kariert, als ich erfuhr, dass es keine nächste Größe gab! Die Gehröcke lagen preislich so bei 300 bis 350 €. Ist ja nun nicht gerade wenig! Ich maulte die Verkäuferin an, dass die Mode frauenfeindlich sei. Erstens müßte ich eigentlich schon unter Schock stehen, weil mir sogar Größe 44 zu eng war und  zweitens dass es eine weitere Größe gar nicht gab!
Im Geschäft machte gerade eine andere Dame in reiferem Alter eine ähnliche Erfahrung. Sie jammerte ihrem Mann vor, dass sie mindestens 10 kg abnehmen müßte. Die Bemerkung kam mir gerade recht. Ich war sowieso  ziemlich geladen. Ich sagte, das sei Blödsinn, schließch wären wir nicht dick, sondern wir hätten ausgesprochen sinnliche Figuren und es sei eine Schweinerei, dass so schicke Teile für unsere Größe nicht mehr vorhanden seien. Der Ehemann wollte mich wohl besänftigen und machte mir das Kompliment, meine Figur wäre doch sehr schön. Ich fauchte:
"Ich habe auch kein Problem mit meiner Figur, aber die Mode hat es offensichtlich! 
Die Mode sollte für uns Frauen da sein, und nicht wir für die Mode!"

Bis zum Alter von 50 hatte ich keinerlei Figurprobleme. Meine Kleidergröße lag bei 38 bis 40. Es gab ein nicht erwähnenswertes Bäuchlein und keine Rettungsringe. Aber dann änderte sich die Figur. Plötzlich bekam ich Hüften und Rettungsringe und der Bauch wurde größer. Also muß ich diese Umstände beim Klamottenkauf berücksichtigen. 
Joanna (Liebesbotschaft) schreibt jeden Freitag einen Blog-Beitrag " How to get in style", bei diesem Post ging es um das schöne "darunter". Bei BH´s ist das kein Problem, da finde ich immer was Tolles. Aber bei den Slips gibt es nichts Schönes für eine Figur wie meine! Ich möchte nämlich einen Taillenslip und sowas scheint in der Dessous-Mode nicht vorgesehen zu sein. 

Ich mag auch keine Hüfthosen - sieht nicht gut aus, wenn der Bauch darüberhängt. Es laufen genug abschreckende Beispiele auf den Straßen herum. In einem Jeansladen, der wirklich groß und bis unters Dach voller Jeans war, erfuhr ich, es gäbe in diesem Geschäft ausschließlich Hüfthosen!
Im nächsten Laden reichte mir die Verkäuferin eine Jeans nach der anderen, jedesmal eine andere Größe. Insgesamt waren  es 7 Stück und keine davon konnte ich zumachen! Sowas kann man nur mit Humor und Selbstbewußtsein ertragen. 
Sind wir reifen Frauen mit fraulichen Figuren dazu verdammt, in langeweiliger Einheitskleidung herumzulaufen?

Gibt es für uns keine bequeme und trotzdem pfiffige Kleidung? 

 Tuniken sind für mich die beste Erfindung der derzeitigen Mode. Ich liiiiieeeebe sie!
Diese ist aus dem bekannten Internet-Auktionshaus. Die Jeans, die ich übrigens in 3 Farben habe, stammt vom Otto-Versand. Da habe ich doch tatsächlich eine sogenannte "Jeggins" gefunden, mit schlanken Beinen und ganz breitem Gummizug um Bauch und Hüften, der die Figur ein wenig formt. Toll!

 Im Sommer darf es ein wenig luftiger sein. Die Hose ist von Adessa.

 Ebenso die weiße Tunika.

 Diese Tunika ist allerdings ein bißchen grenzwertig, weil ich nicht mehr so gerne ärmellose Oberteile trage. Aber sie hat mir sehr gut gefallen und ich denke, es geht gerade so.


Das Tuch ist auch von Adessa - ganz praktisch beim Cabrio fahren (Beifahrerin).



Ein weiteres Oberteil und eine weiße Hose von Adessa.



 Das ist mein heutiges Atelier-Outfit,  Hose von Adessa, Tunika Internet.



Und ja, ich liebe schöne Schuhe!
Es hat eine Weile gedauert, bis ich nach meinem Fußgelenk-Bruch wieder in Schuhen mit Absätzen gehen konnte. Natürlich kann ich damit keine stundenlangen Stadtbummel machen, aber wenn ich nicht allzu weit laufen muss, sind sie einfach schön. 

So, das war heute ein langer Post, aber ich glaube, viele Frauen schlagen sich mit diesen Problemen herum.
Was spricht gegen Mode, die flott und bequem ist und die Figurprobleme geschickt überspielt?

P.S.: In teuren Läden habe ich selten Glück, etwas zu finden. Da sind die Oberteile fast ausschließlich figurnah gearbeitet, es flattert nix, höchstens mal eine Leinenhose. 
Und die Hungerhaken-Verkäuferinnen in Designershops können ihr Entsetzen kaum verbergen, wenn man nach Größe 42 oder gar 44 verlangt. 
Haben wir tollen Frauen sowas nötig?



Ein lang gehegter Wunschtraum wurde wahr!

Genau heute vor 10 Jahren, am 26. Mai 2001,
konnte ich mein eigenes Atelier mit einer großen Party und vielen Gästen einweihen! 

Ich glaube, ich hatte in meinem Leben nie einen längeren und innigeren Wunsch, als dieses Atelier. 
An den Vergleichsfotos kann man erkennen, wie liebevoll ich den Raum im Laufe der Zeit gestaltet habe.
Er ist zum Wohn-Atelier geworden, in dem ich mich oft und gerne aufhalte. Aber auch meine Gäste fühlen sich immer wohl und spüren die besondere Atmosphäre. 

Die Fotos aus dem Jahr 2001 sind von ziemlich schlechter Qualität, leider habe ich von dem Ereignis keine digitalen Bilder und mußte die Fotos einscannen.
Aber man kann die Einrichtungs-Unterschiede doch sehr gut sehen.

 So sieht diese Ecke des Ateliers heute aus.

Ansicht 2001
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Ansicht heute

Ansicht 2001
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 Ansicht heute

 Ansicht 2001
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 Ansicht heute

 Ansicht 2001
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 Ansicht heute


 Ansicht 2001
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 Ansicht heute

Ansicht 2001
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 Ansicht heute
Ansicht 2001
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Es war ein wunderschöner Tag und einige der Gäste suchten sich ein kühles Plätzchen im Schatten vor dem Atelier. 


Meine lieben Gäste brachten herrliche Leckereien für dieses traumhafte Buffet mit. Den ganzen Tag bis in den späten Abend herrschte ein reges Kommen und Gehen.

 Es ist großartig, wenn Träume wahr werden!
 

Sonntag, 22. Mai 2011

Gartenidyll mit Blau-Weiß und Katze

Die Fotosession heute fand im Garten meiner Freundin Brigitte statt, da ich keinen eigenen Garten habe.
Darüber bin ich kein bisschen traurig, denn ich hasse Gartenarbeit!
Doch für diese romantischen Fotos brauchte ich unbedingt einen Garten als Kulisse.








Im Laufe der letzten Woche sind diese blau-weißen Kissen entstanden.
Natürlich nahm ich für die Fotos zur Deko ein paar Accessoires mit. Die Kugel stammen vom Mittwochs- Flohmarkt (siehe voriger Post), das blau-weiß gestreifte Ikea-Geschirr habe ich voriges Jahr auf einem Flohmarkt gefunden. Die Teekanne ist schon sehr lange in meinem Besitz und das Tablett wurde von mir weiß gestrichen. Als Untergrund dient der weiße Hexagon-Quilt.



Meine Freundin hat zwei Katzen. Hier seht ihr Kater Toni, der vor dem Fototermin von seinem Frauchen gestylt wurde. Leider hat es ein bisschen gedauert, bis er sich da niederließ, wo wir ihn haben wollten. Erstmal legte er sich gemütlich unter die Liege. Doch mit Überredungskunst (hat nix genützt) und Leckerlis bequemte er sich schließlich doch dazu, zwischen den Kissen zu posieren. 

Von der zweiten Katze - Lisa - bekamen wir nicht sehr viel zu sehen. Es war völlig unmöglich, ein annehmbares Foto von ihr zu schiessen.





Mittwoch, 18. Mai 2011

!!!!! Flohmarktglück !!!!!



 Mein Flohmarktglück war heute nicht zu toppen! 
Seht nur, was für Schätze ich nach Hause geschleppt habe!
Zwei weiße Terrinen - ich konnte meinen Augen kaum trauen.



Die ovale Terrine ist wunderschön geformt, mit plastischen Rosen verziehrt, einem Rand, der wie ein Gewebe aussieht und Henkeln, die wie kleine Äste geformt sind.
Obenauf sitzt ein Vogel, der am Schnabel ein kleines bisschen beschädigt ist.


Hier kann man die Details noch ein wenig besser erkennen.





Die runde Terrine ist eindeutig für Fischsuppe bestimmt (bei mir wird sicher mal ein Heringssalat eingefüllt).
Besonders witzig finde ich die seitlichen Griffe, geformt aus zwei Fischen, die sich die Zunge herausstrecken.
Die Terrine ist völlig unbeschädigt und einfach ein Traum.
Ich kann es nicht für mich behalten: Ich habe für beide Terrinen zusammen 16 € bezahlt! Irgendwie kann ich es immer noch nicht ganz glauben, dass ich so ein Glück hatte.


Und als ich die blau-weißen Keramikkugeln (1 € pro Stück) entdeckte, machte mein Herz einen Hüpfer! Blau-weiß ist ja gerade mein Quilt-Thema (es gibt keine Zufälle!).
Nun sitze ich vor meinen Fundstücken und kann mich nicht sattsehen! 
Aber ich will Euch natürlich an diesen Schönheiten teilhaben lassen!


Sonntag, 15. Mai 2011

Sonntag

Aus dem Buch "Blauer Schatz der Gärten", erschienen 1940 im Verlag Philipp Reclam, Leipzig
Mit dieser zauberhaften Illustration aus o. g. Buch wünsche ich allen einen wunderschönen, entspannten Sonntag. 
Ich bin zur Zeit ein wenig gebremst, ich glaube das Wetter macht mir zu schaffen. Ja, ja  -  das Alter! ;o)))


Der blaue Hexagon-Quilt ist so weit gediehen. 
Beim Rand bin ich noch etwas unschlüssig: Weiß oder geblümt oder kariert?
Oder weiß und kariert? 
Oder weiß und geblümt? 
Ich glaube, diese Frage werde ich heute nicht lösen. 

Freitag, 13. Mai 2011

Ungeliebte Arbeiten

Seit gestern beschäftige ich mich mit  
ungeliebten Arbeiten. 
Gestern Mittag begann ich, meine Einkommensteuer-Erklärung zu erstellen, und zwar ONLINE.
Also Elster-Formular heruntergeladen und angefangen. 
Irgendwann war mein Blutdruck auf gefühlten 220 und ich völlig entnervt. 
Ich sollte in irgendeine Spalte etwas eintragen, was bei mir aber gar nicht zutrifft.
Null oder X wurde vom Formular nicht akzeptiert, ich konnte es aber auch nicht speichern und schließen, es kam immer wieder die Fehlermeldung.
Ich habe telefonisch meine Freundin B. an den Rand des Wahnsinns gebracht und zum Schluß noch die Steuerberaterin meiner Firma kontaktiert. Die gab mir dann den Rat, ein Einkommensteuer-Formular auszudrucken und per Hand auszufüllen. 
Das hätte ich auch gleich haben können, ohne mich fertigmachen zu lassen.
Heute habe ich den Brief ans Finanzamt abgeschickt. Mann, bin ich erleichtert nach dieser Großtat!
Hurra, hurra, hurra!
Und weil ich gerade so schön in Übung bin, nahm ich mir die nächste ungeliebte Arbeit vor. Für unsere "quinTEXsenz"-Ausstellung im September im Val d´Argent sollen wir eine Präsentation über unseren Werdegang erstellen. Etwas über mich selbst zu schreiben, die Bilder der Quilts auszusuchen, dabei die Zeit zu berücksichtigen, die für die Präsentation zur Verfügung steht, kommt für mich einer Schwerstarbeit gleich.




So sieht gerade mein Wohnzimmertisch aus.
Daran wollte ich Euch schnell mal teilhaben lassen.
Die Foto-Zusammenstellung ist auch deshalb ein wenig schwierig, weil viele meiner Quilt-Fotos noch nicht digital gemacht wurden. Diese Bilder muss ich dann erstmal einscannen.

Dabei würde ich lieber daran weiterarbeiten:


Sonntag, 8. Mai 2011

Flohmarktfunde




Darüber habe ich mich sehr gefreut: ein (ziemlich zerfleddertes) Heft mit handgeschriebenen Gedichten. Diese unglaublich schöne Schrift! Und damals wurde ja noch mit Feder geschrieben!



Ich habe nur ein einziges Mal ein Datum gefunden, nämlich auf dieser Seite: 17. November 1806.


Da offensichtlich der Rücken komplett fehlte, hat leider ein Banause das Ganze mit einem Textilklebeband repariert. Ist aber nicht ganz so schlimm, ich werde das Heft sicher zerlegen und evtl. einzelne Seite für zukünftige Projekte verwenden.


Es ist vielleicht ein bisschen paradox: 
Obwohl ich im Berchtesgadener Land lebe, habe ich eine große Vorliebe für das Meer und vor allem für Bilder vom Meer und von Leuchttürmen.
Ich finde auch die Bilder des amerikanischen Malers Edward Hopper ganz großartig und dieses Bild erinnert mich sehr an seine Arbeiten.
Aber der Rahmen gefiel mir gar nicht und so habe ich zu Hause sofort den Pinsel geschwungen. 
Und das ist dabei herausgekommen:



Sieht doch gleich viel besser aus, oder? 


Der Rahmen des Spiegels vom letzten Flohmarkt  hat nun auch weiße Farbe abbekommen.


Pfingstrosen vor dem Spiegel mit Selbstbildnis.