Dienstag, 2. Oktober 2012

Das Papier und die Tinte



Eine Fabel von Leonardo da Vinci

Ein Blatt Papier, das zusammen mit anderen, ihm ähnlichen Blättern auf einem Schreibtisch lag, 
sah sich eines Tages mit Zeichen bedeckt. 
Eine Feder, in schwärzester Tinte gebadet, hatte es mit vielen Wörtern und Zeichen übersät.
"Konntest du mir diese Erniedrigung nicht ersparen?
sagte das Blatt erzürnt zur Tinte.
"Du hast mich besudelt mit deiner höllischen Schwärze und für immer ruiniert!"
"Warte ab", 
antwortete die Tinte.
 "Ich habe dich nicht besudelt, 
sondern dich mit Sinnbildern versehen. 
Jetzt bist du kein Blatt Papier mehr, sondern eine Botschaft. Du bewahrst den Gedanken des Menschen und bist somit ein kostbares Instrument geworden."
Und in der Tat: 
Bald darauf machte jemand Ordnung auf dem Schreibtisch, 
sah die verstreuten Blätter und wollte sie ins Feuer werfen. 
Unversehens kam ihm das "besudelte" Blatt in die Hand, 
und er schied es von den anderen und legte es zurück auf seinen Platz, 
weil es unübersehbar die Botschaft der menschlichen Intelligenz trug.



Zu dieser Fabel ist ein neues Kissen aus Leinen entstanden. 

Es wandert in meinen dawanda-shop (klick).

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Fabel, aus der ein wunderschönes Kissen entstanden ist!
    Liebste Grüße,
    Uschi

    AntwortenLöschen
  2. Das ist wirklich toll geworden!!!
    LG Rosine

    AntwortenLöschen
  3. Ganz toll. Und die Schrift passt super dazu.
    LG Donna G.

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Renate,

    das ist wieder ein wunderbarer Blogeintrag von Dir!
    Beim Lesen des Textes sah ich Dich wieder im Sportstudio, wie Du uns diese schönen Niederschriften vorgelesen hast. Da war immer alles ganz still.
    Und beim jetzigen Lesen des Textes hörte ich Dich diesen vorlesen.
    Und so wird es auch unseren Freundinnen gehen, die das jetzt lesen.

    Schönen Feiertag wünscht Dir Gisela

    AntwortenLöschen
  5. Hab noch was vergessen.
    Und das tolle Bild oben, das ist ja auch von Dir! Ich dachte, das wäre ein Kunstwerk aus dem Internet. Nee, Deine Bücher, auch das aufgeklappte Buch, Deine Schreibfeder mit altem Elfenbeingriff und das Tintenfässchen.
    Und unter all dem der Kissendruck. Das Kissen ist sowieso wunderschön!
    Mannomann, da wird man als Internet-Greenhorn richtig ehrfürchtig. Chapeau!!

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Renate,
    ich bin auch restlos begeistert von Bild und Text.
    Ich habe eine wunderbaren Herbstnachmittag mit Christiane und Goethe verbracht.
    Zwischendurch war ich ja echt sauer auf Herrn Goethe!!! So ein Griesram!
    Ich schicke die Kassetten morgen weiter.
    Morgen ist leider ein Arbeitstag für mich also .. gute Nacht!
    Liebe Grüße
    Dagmar

    AntwortenLöschen