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Donnerstag, 22. September 2022

Mein zweiter Quilt aus dem Jahr 1988


Mein zweiter Quilt entstand im Jahr 1988. Zu dieser Zeit besaß ich noch keine Nähmaschine, geschweige denn einen Rollschneider oder eine Schneidematte. Auch Patchwork-Stoffe gab es weit und breit nicht, so suchte ich im hiesigen Stoff-Geschäft nach einigermaßen brauchbaren Stoffen, die sich zu einem Quilt verarbeiten ließen. Und das ist dabei heraus gekommen.


Der Quilt ist komplett handgenäht und handgequiltet und hat eine Größe von 285 x 285 cm. Durch die verwendeten Stoffe ist er ziemlich schwer geworden. 

Ich habe ihn irgendwann zur Verlosung in einer Tombola gespendet. 


 



Montag, 21. März 2016

"Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile" im Wohnzimmer meiner Freundin

Am Samstag folgte ich der Geburtstagseinladung einer lieben Freundin.
Da hatte ich die Freude, einen der größten Quilts, die ich jemals genäht habe, wiederzusehen.
Er hängt bei ihr im Wohnzimmer an der Wand und sieht wirklich grandios aus!


Der Quilt ist 1998 entstanden, hat eine Größe von ca. 245 x 245 cm
 und war ursprünglich als Bettüberwurf für mein Bett gedacht.
Aber an der Wand im Wohnzimmer meiner Freundin sieht er viel besser aus!


Das Aristoteles-Zitat "Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile" fand ich passend als Titel.

Ich hatte für diese Arbeit einen Entwurf gezeichnet
und danach die endgültige Größe ausgerechnet.
 Da ich ein Riesen-Genie im ausrechnen von Quilt-Größen und ähnlichen schwierigen Dingen bin,
kam ich auf eine Gesamtgröße von ca. 1,25 x 1,25 cm.
Ich hatte mich wohl mit der Streifenbreite und den Kästchen auf dem Karopapier vertan.
Wo genau mein (Rechen-)Fehler lag, daran kann ich mich nicht mehr erinnern.
Während des Nähens kam ich aber drauf,
dass das wohl nicht stimmen konnte.
Ich ließ mich aber nicht entmutigen, nähte einfach weiter
und so ist ein tolles großes Projekt entstanden.


Sonntag, 22. Juni 2014

Mein Quilt "Die Würde des Menschen ist unantastbar"............

..............reist nun schon seit 2012 mit der Ausstellung "Zeichen der Zeit" (klick) durch Europa.


Am Samstag, dem 28 Juni 2014 um 18 Uhr 
wird die Ausstellung 

"Zeichen der Zeit" 

zusammen mit 

"Nancy Crow: Self-Portraits - Mono-Prints"  

eröffnet und ist dort bis 31. August 2014 zu besichtigen.

 
Leider ist es mir selbst nicht möglich, hinzufahren,
aber vielleicht hat ja die eine oder andere von euch die Möglichkeit, 
die Ausstellungen in Heidelberg zu besichtigen.


Ich erinnere mich, dass ich mich sehr geehrt fühlte, 
als ich zur Teilnahme an dieser Ausschreibung eingeladen wurde.
Anfangs fiel mir der Zugang zu diesem Thema schwer, 
da ich meine Quilts als Kompositionen von Farben, Formen und Material betrachtete 
und kaum sozial- oder gesellschaftskritische Themen darin verarbeitete.


Aber der 1. Satz unseres Grundgesetzes 
"Die Würde des Menschen ist unantastbar" 
beschäftigte mich schon lange und schien mir
als Thema für meinen Quilt geeignet.
Die Ausschreibung zu dieser Ausstellung gab mir den nötigen Anstoß, 
 mich damit auseinanderzusetzen.

Bei Recherchen fand ich einen Artikel des Journalisten Rudolf Kuhr 
dessen Text mir aus der Seele sprach. 
Ich integrierte folgende Auszüge davon in meinem Quilt:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. 
Dieser Satz wird oft und gerne zitiert. 
Als Forderung, als Ermahnung, als Beweis unserer Kultur. 
Seit über 60 Jahren steht diese Aussage von der 
Unantastbarkeit der Menschenwürde an erster Stelle unseres Grundgesetzes. 
Das ist wohl einmalig in der Welt. 
Wie sieht es mit dieser Aussage in der Praxis aus? 
Wie oft wird sie täglich widerlegt? 
Der Inhalt kann ja wohl nicht so falsch sein! 
Was ist Würde? 
Kaum jemand kann es erklären, obwohl fast alle wissen, was gemeint ist. 
Woraus besteht sie? Wie entsteht sie?“


Die strenge grafische Form des Entwurfs und die von mir gewählten Farben 
unterstreichen zusätzlich die  Aussage des Textes.



Hier seht ihr mich beim Drucken des Textes.


Wer den Text genau betrachtet und über Kopf liest, kann erkennen, dass ich mich verschrieben habe.
Mir ist ein Buchstabe abhanden gekommen! :-)

Donnerstag, 20. März 2014

Renates Quilt-Stories 2

Es ist an der Zeit, eine weitere Quilt-Geschichte zu erzählen.
Hier (klick) könnt ihr im ersten Teil lesen,
wie meine Liebe zu Quilts geweckt wurde
und wie mein erster Quilt entstand.

So ging es weiter:
1988 fand in Salzburg die Quilt-Expo Eurpa statt. Ich hätte davon nie etwas erfahren,
wenn mir nicht eine Heidelberger Freundin den Hinweis gegeben hätte.
Da sie auch zur Quilt-Expo anreiste, trafen wir uns im Salzburger Kongresszentrum,
wo das Event stattfand.

Die größte Entdeckung für mich auf dieser Ausstellung waren 
die PAPIERSCHABLONEN.
Wie bei einer Offenbarung sah ich neue, ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten auf mich zukommen.
Nun konnte ich so komplizierte Formen wie Sechsecke ganz problemlos mit der Hand nähen 
(ich besaß zu diesem Zeitpunkt immer noch keine Nähmaschine).


Wieder suchte ich passende Stoffe in unserem Stoffladen.
Diesmal fielen die Muster schon lieblicher aus und passten recht gut zu meinem
"Grandmothers Flowergarden".

 
Mit dem Rand hatte ich ein Problem. 
Ich löste es auf die Weise, dass ich die letzte Reihe Sechsecken
auf einen breiteren Stoffstreifen applizierte.
Der gestreifte Stoff war dabei mit den Linien sehr hilfreich.


Die nächste Schwierigkeit war das Vlies: Es reichte in der Größe nicht.
Da es aber sehr voluminös war, zerlegte ich es. 
Ich riss es auseinander
 und hatte dann genug Vlies für meinen Quilt.


Für die Rückseite fehlte natürlich auch ein Stoff in passender Größe.
Da sprang meine Freundin FF ein und nähte meine Stoffreste mit der Maschine zusammen.
Durch das geteilte Vlies ist ein sehr dünner Quilt entstanden.


Die Quiltlinien kann man hier und auf dem ersten Foto gut erkennen.
Größe des Quilts: 234 x 200 cm.
Mit kleinen Formaten hatte ich nichts am Hut!
Die Liebe zu den Papierschablonen hält bis heute an. 

Mittwoch, 26. Februar 2014

Renates Quilt-Stories 1

Hallo Ihr Lieben!
Vor ein paar Tagen hatte ich die Idee, 
meinen Werdegang als Quilterin 
an Hand von Fotos und Entstehungsgeschichten einiger Quilts  zu posten.

Heute kommt die erste Geschichte und ich beginne mit meinem allerersten Quilt.



Im Jahr 1987, oder war es 1986, erweckte der Bericht über eine Quiltausstellung in der Kunst-Zeitschrift „PAN“ mein Interesse. 
Fasziniert las ich, was über die Geschichte der Quilts berichtet wurde, 
sah die Bilder der alten und der zeitgenössischen Arbeiten und dachte nur
 „das will ich auch können“.


Der Gedanke setzte sich in mir fest. 
Mir war natürlich klar, dass der Weg ziemlich mühsam sein würde, 
denn: ich konnte nicht nähen, gar nicht, überhaupt nicht. 
Auch eine Nähmaschine besaß ich nicht. 
Aber hatten nicht die Siedler-Frauen in Amerika ihre Quilts mit der Hand genäht? 
Na also, das konnte doch nicht so schwer sein! 


Leider gab es in der näheren und weiteren Umgebung keine Kurs-Angebote. 
So besorgte ich mir einschlägige Literatur. 
Zu meinen ersten Büchern mit dem Thema Patchwork und Quilt 
gehörte „Das Quiltbuch“ von Michele Walker. 
Woher ich allerdings die Anleitung für die Fertigung meines ersten Quilts hatte, weiß ich nicht mehr.


Ich wollte unbedingt einen großen Quilt nähen, kein Kissen oder etwas ähnlich Kleines. 
Der Stoffladen in der nahe gelegenen Stadt bot nur eine magere Auswahl an verwendbaren Stoffen. Die verfügbaren Muster hatte wenig Ähnlichkeit mit denen in meiner Vorstellung. 
Aber ich MUSSTE (!) mir Stoffe aussuchen, um mit der Arbeit beginnen zu können! 
Dirndlstoffe schienen noch am ehesten geeignet. 
Die Farben rosa, hellblau, weiß und braun, für die ich mich entschieden hatte, 
waren in der Zusammenstellung schon etwas gewöhnungsbedürftig, 
aber noch die beste Lösung. 
Zum Glück hatten die braunen Stoffe feine Punkte und Streifen in den passenden Farben.



Als nächstes fertigte ich mir aus festem Karton eine quadratische Fensterschablone 
in der Größe 10 x 10 cm an. 
Mit Bleistift zeichnete ich die Außen- und Innenumrisse auf die Stoff-Rückseiten, 
schnitt die Quadrate mit der Schere aus 
und nähte sie auf der inneren Bleistiftlinie von Hand zusammen. 
Um das Muster etwas aufzulockern, fügte ich lange Quer- und Längsstreifen aus braunem Stoff ein.

Schließlich hatte der Quilt die gewünschte Größe erreicht. 


Nun kam die nächste Herausforderung: 
Das Zusammenheften des Tops mit Vlies und Rückseitenstoff. 
Als auch das bewältigt war, begann ich zu quilten. 
Das war wichtig, denn es machte die Patchworkdecke erst zu einem Quilt! 
Ich ging völlig unbedarft und ahnungslos ans Werk 
und hatte daher auch keinen Schimmer, 
wie man die Anfangsknoten des Quiltfadens unsichtbar macht. 
Deshalb sind sie auf der Rückseite gut erkennbar.



Auch den Randstreifen (Binding) nähte ich mit der Hand an 
und ich platzte schier vor Stolz, 
als ich 1987 meinen ersten selbst genähten Quilt in Händen hielt.
Er maß 242 x 150 cm.


Meine Maler-Freundin FF bewunderte ihn gebührend. 
So versprach ich, ihr diesen Quilt zu schenken, 
wenn ich jemals einen zweiten fertigstellen sollte.


Er war jahrelang in ihrem Besitz und wurde viel benützt. 
Auch ihr Hund Nicki, ein Dalmatiner-Mischling, liebte ihn sehr. 
Davon zeugt noch das Loch im Rückseitenstoff. 




Weil FF der Meinung war, der erste Quilt müsste bei seiner Erschafferin bleiben, 
gab sie ihn mir vor ein paar Jahren wieder zurück.




Ich finde, durch den intensiven Gebrauch und die unzähligen Waschgänge 
sieht er inzwischen echt antik aus.


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